SACHS
Unter Sachsenhausen ist seit Generationen die Straße der Bankhäuser. Wir beginnen ein neues Kapitel.
  • Ort
    Köln
  • Objekt
    Revitalisierung zweier denkmalgeschützter Bauten und Neubau eines Bürogebäudes mit Gastronomie und Gewerbe
  • Bauherrin
    MOMENI Gruppe
  • Entwurfsverfasser
    Caspar Schmitz-Morkramer
  • Planungs- und Bauzeit
    ab 2019
  • Leistungsphasen
    1–5a
  • Brutto-Grundfläche
    22.000 m²
  • Visualisierungen
    MOMENI Gruppe | moka-studio
  • Fotos
    HGEsch

Die Straße Unter Sachsenhausen liegt nur einen Steinwurf vom Kölner Dom entfernt. Bekannt ist sie als Adresse vieler etablierter Bankhäuser. Entsprechend gewichtig ist die Architektur: schwer, steinern und repräsentativ, Zugang zu den Häusern wird meist nur der eigenen Kundschaft gewährt. MOMENI hat uns 2019 mit der Revitalisierung eines gesamten Blocks beauftragt, und mit SACHS kommt auf Unter Sachsenhausen einiges in Bewegung. ESG-konform schaffen wir rund 22.000 Quadratmeter hochwertige Büroflächen in den beiden denkmalgeschütztem Bestandsgebäuden und in einem Neubau. Mit Gastronomie und einem begrünten, öffentlich zugänglichen Innenhof machen wir aus dem Block einen vitalen Stadtbaustein. Wir fügen die drei Generationen dieses Blocks zu einem stilvollen Ensemble, in das jedes Haus seine besonderen Qualitäten einbringt. Es ist die gesunde Mischung, die die Zukunft unserer Innenstädte sichert. Wir möchten Räume öffnen und Menschen einladen, teilzuhaben, damit das Leben hier mehr bietet.

„Wir schaffen mit dem dreiteiligen Sachs- Ensemble ein städtebauliches Highlight im historischen Bankenviertel. Drei Adressen mit unterschiedlichen Charakteren unter einem Dach, mit dem Innenhof als ,Pocket-Park‘ und verbindendem Element zur Erweiterung des öffentlichen Raums.“

Drei Generationen

Das Ensemble besteht aus zwei denkmalgeschützten Bauten: Unter Sachsenhausen 2 wurde 1914 von der Rheinisch-Westfälischen Boden-Credit-Bank gebaut (Architekten: Bielenberg & Moser). Das dreigeschossige Eckhaus hat eine zeittypische und repräsentativ dekorierte Werksteinfassade und ein zweigeschossiges schiefergedecktes Walmdach. 1953 schloss Sal. Oppenheim die direkt angrenzende Westflanke des Blocks mit einem sechsgeschossigen Bankhaus (Fritz August Breuhaus de Groot). Unter Sachsenhausen 4 ist deutlich moderner gedacht, die strenge Natursteinfassade ist deutlich reduzierter im Dekor. Das Staffelgeschoss ist ein Element des ursprünglichen Entwurfes – hier war, und das ist sicher sehr ungewöhnlich, ursprünglich die Garage untergebracht, die von einem Autoaufzug im Innenhof beschickt wurde. Die Nordost-Ecke des Blocks Stolkgasse/Enggasse schließen wir mit einem energetisch optimierten sechsgeschossigen Neubau mit zwei Staffelgeschossen. Für die fein profilierte hinterlüftete Natursteinfassade verwenden wir grünen Naturstein. Gestalterisch beginnen wir damit – lichter und leichter – ein neues Kapitel im Kölner Bankenviertel.

Raum gewinnen

Wir betrachten die drei SACHS-Häuser als Ensemble und möchten den von ihnen umschlossenen Innenhof nutzbar und öffentlich zugänglich machen. Von nicht erhaltenswerten Bauteilen befreit, bietet er nun Raum für den Einbau eingeschossiger Pavillons. Diese werden von der Gastronomie bespielt, die die Sockelgeschosse der Altbauten nutzt. Mit grünem Naturstein veredeln wir auch hier das Neue, Kübelpflanzen begrünen den Innenhof. Dieser abseits des Großstadttrubels geschützt liegende Binnenraum ist nicht nur eine Einladung an alle, die im SACHS arbeiten, sondern auch für die Öffentlichkeit über einen neuen in die Rhythmik der Werksteinfassade eingefügten Durchgang barrierefrei von Unter Sachsenhausen zugänglich. Die von der Denkmalpflege als erhaltenswert eingestuften Bauteile im Bestand — darunter die Kassenhalle, Treppenhäuser, Lobbys – restaurieren wir und integrieren sie in die neue Nutzung. Einige Elemente wie den Tresorraum mit der patentierten Tür des kaiserlichen Hofkunstschlossers erhalten wir zu musealen Zwecken, nichts vermag die Geschichte dieses Hauses besser zu erzählen.

Neues Arbeiten

Jedes SACHS-Haus hat seine eigene Adresse und einen repräsentativen Eingang aus dem Straßenraum, ein weiterer barrierefreier Zugang führt jeweils über den Innenhof. Ringsum können die Sockelgeschosse von gastronomischen Betrieben, kleinen Boutiquen oder Galerien bezogen werden, die die Nachbarschaft auch nach Büroschluss noch beleben. Die Gebäudekonzeption der Obergeschosse ist in allen drei Häusern so ausgelegt, dass den Mieterwünschen entsprechend klassische Layouts mit Zellenbüros und Gruppenräumen ebenso realisiert werden können wie agile Bürolandschaften mit einer großen Vielfalt räumlicher Angebote. Im Sinne kurzer Wege sind die drei SACHS-Häuser auch intern an mehreren Stellen miteinander verbunden. Eine LEED-Zertifizierung für Nachhaltigkeit und die Wired Score-Zertifizierung für die technische Infrastruktur werden angestrebt.

Projektteam
  • Marcus Melsa
  • Guido Roth
  • Fidelius Bezzenberger
  • Nadine Böttcher
  • David Eguavoen
  • Ayse Elmas
  • Bernd Ernst
  • Engin Esen
  • Melanie Fior
  • Carina Fricke
  • Roman Funk
  • Beate Groß
  • Maja Hanke
  • Timo Heinzmann
  • Kai Hesse
  • Jan Hofmann
  • Marcel Jansen
  • Klaus Kirchner
  • Jana Klindworth
  • Boris Krusenotto
  • Sebastian Lietz
  • Michael Meier
  • Martin Mellis
  • Sven Michels
  • Mareike Müller
  • Felix Nebelin
  • Miriam Nguan
  • César Nieto Santamarina
  • Sebastian Oertel
  • Julia Pagels
  • Ana Rocha Forjaz
  • Michel Schütten
  • Simon Sierra
  • Hyongyong Song
  • Claus Spitzer
  • Johannes van Linn
  • Verena Wagner
  • Katrina Westphal
  • Martin Winkler
  • Jakob Wogrolly