Lindenhof
Neues Leben, neue Nachbarschaft, Leben auf dem Dorf mit guter Perspektive
  • Ort
    Meerbusch-Büderich
  • Objekt
    Revitalisierung eines teilweise denkmalgeschützten Vierkanthofes
  • Bauherrin
    C&C Lindenhof GbR
  • Entwurfsverfasser
    Caspar Schmitz-Morkramer
  • TGA, Bauphysik, Statik
    Sommer Baustatik, Erkelenz
  • Brandschutz
    hhpberlin, Berlin
  • Freianlagen
    studio grüngrau, Düsseldorf
  • Vermesser
    Dr. Blinken & Töpfer, Düsseldorf
  • Planungs- und Bauzeit
    2021–2026
  • Leistungsphasen
    1–9
  • Grundstück
    1.539 m²
  • BGF (oi/ui)
    2.532 m²/582 m²
  • Mieteinheit Gastro
    265 m²
  • Fotos
    caspar./HGEsch
  • Visualisierung
    moka-studio

Die Geschichte des Lindenhofs in Meerbusch-Büderich, die vor rund 700 Jahren beginnt, beschleunigt sich im 19. Jahrhundert. Das kleine Gehöft beginnt zu einem Vierkanthof heranzuwachsen, in dem sich aus Schankwirtschaft, Landwirtschaftlichem, Provisorischem und Pragmatischem ein Patchwork dörflicher Nutzungen entwickelt. Einige U-förmig zusammenhängende Gebäudeteile von 1861, die 1930 um ein Gebäude erweitert wurden, stehen unter Denkmalschutz. Darunter ist auch die an der Dorfstraße liegende Gaststätte, die den Abschluss des historischen Dorfkerns im Ortsbild ablesbar macht und die älteste noch bestehende Gastronomie in Büderich bildet. Die nach Kriegsschäden nur behelfsmäßig wieder aufgebauten Stallungen und Wirtschaftsgebäude im nördlichen Teil des Grundstücks sowie die Tordurchfahrt an der Westflanke konnten überplant werden. Wir haben den Lindenhof mit neuem Leben gefüllt und den Bestand mit einer nachhaltigen Planung saniert und ergänzt, und damit vielfältige und zeitgemäße Wohnräume geschaffen, ohne die alte gastronomische Tradition zu verletzen.

Auf gute Nachbarschaft

Altes und Neues fügen wir auf dem kleinen Raum des Vierkanthofes zu einem neuen Ganzen zusammen. Wir haben die Spange der denkmalgeschützten Bestandsgebäude sarniert, energetisch ertüchtigt und ergänzt, wo es nötig ist. So vielfältig wie der Bestand sind auch die von uns darin geplanten Wohnungen: kleiner oder größer, auf einer Ebene oder mehrgeschossig, mit Terrasse auf dem Dach oder im Hof – alles im Einklang mit dem Denkmalschutz. Die Gastronomie bleibt weiterhin als Anker an der Dorfstraße, der kleine Rücksprung unter dem neu gepflanzten Lindenbaum bietet der Außengastronomie Platz. Abgeschlossen wurde der Hof mit Neubauten im Duktus des Bestands. Zwei Gebäudeteile mit drei dreigeschossigen Townhouses, ähnlich in Kubatur und Maßstab, sind als reine Holzgebäude konzipiert. Alle Wohnungen werden über den Innenhof, in dem das historische Pflaster im Mix mit viel Grün verlegt wurde, erschlossen. Hier trifft sich die Lindenhof-Nachbarschaft unter einer neu gepflanzten Linde, in deren Schatten ein kleiner Sandspielbereich angelegt wurde. Man sieht sich, wenn man möchte. Denn die Wohnungen sind einander zugewandt. Für Privatheit hingegen sorgen gut platzierte Pflanzungen. Am Friedhofsweg liegt der Fahrradabstellraum sowie die Einfahrt in den Pkw-Aufzug der Tiefgarage, in der auch Cargobikes Platz finden.

Für morgen

Wir arbeiten mit dem Bestand, nicht dagegen: weiterbauen, ohne neue Bodenflächen zu versiegeln. Die Revitalisierung des Lindenhofs wurde mit einem hohen Anspruch an Nachhaltigkeit geplant – im Bau, in der Nutzung und darüber hinaus.
Um den CO₂-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, wurde eine effiziente Wasser-Wasser-Wärmepumpe eingebaut, die gegenüber einer fossilen Wärmeversorgung die CO₂-Emissionen im Gebäudebetrieb reduziert. Bei der Planung legten wir großen Wert auf die Wahl langlebiger Baustoffe und Konstruktionen – von Materialien mit möglichst geringen CO₂-Emissionen bis hin zu Lösungen, die für eine spätere Kreislaufnutzung optimiert sind.
Die Umweltwirkungen des Gebäudes und der Baustoffe wurden im Rahmen einer Ökobilanzierung betrachtet und bewertet. Die im digitalen Gebäudemodell hinterlegten Material- und Bauteilinformationen zu Bestand und Neubau wurden in das digitale Materialkataster MADASTER integriert und bilden eine Grundlage für die zukünftige Dokumentation und Weiterverwendung der eingesetzten Ressourcen.
Auch im Innenhof wurde der nachhaltige Ansatz fortgeführt: Das historische Kopfsteinpflaster wurde erhalten und neu verlegt.

caspar.team