The Hen­ry’s
Potential entdeckt und sechsundsechzigmal ein neues Zuhause geschaffen
  • Ort
    Düsseldorf
  • Objekt
    Revitalisierung eines Bürogebäudes in 70 Eigentumswohnungen
  • Bauherrin
    PROXIMUS Asset Management GmbH
  • Entwurfsverfasser
    Caspar Schmitz-Morkramer
  • Planungs- und Bauzeit
    2006–2009
  • Leistungsphasen
    1–8
  • Brutto-Grundfläche
    12.000 m²
  • TGA
    Ingenieurbüro Nordhorn, Münster
  • Tragwerksplanung
    IDK Kleinjohann, Köln
  • Brandschutz
    Corall Ingenieure, Meerbusch
  • Freiraumplanung
    Ziegler Grünkonzepte, Düsseldorf
  • Zertifizierungen
    Gütesiegel Effizienzhaus der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena)
  • Fotos
    Stefan Schilling
  • Dieses Projekt stammt aus der gemeinsamen Zeit von meyerschmitzmorkramer.

Viel zu lange stand das zehngeschossige Bürohaus aus den 70er Jahren leer und bot einen traurigen Anblick. Leerstand kennt man im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel sonst kaum und weil hier eine enorme Nachfrage nach Wohnraum besteht, regte die Stadt Düsseldorf das Entwicklungsvorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an. Im ersten Bauabschnitt entstand dort ab 2016 der Belsenpark als grüne Mitte für das neue Quartier. Dem vorausgegangen ist jedoch die Transformation des hier anliegenden Bürohochhauses zu einem Wohnturm. Viel Erfahrung konnten wir bereits bei der Sanierung und Revitalisierung von in die Jahre gekommenem Bürobau zu zeitgemäßen Arbeitswelten sammeln, deutlich komplexer ist die Konversion Büro zu Wohnen – eine Herausforderung, der wir uns gerne gestellt haben. Rückblickend, und mit dem längst in seine Nachbarschaft eingewachsenen Projekt im Blick, können wir sagen, dass diese Maßnahme beispielgebend ist. Der Wohnungsdruck in den Städten hat nicht abgenommen, auch der von der Bauindustrie allein durch Abriss erzeugte Müllberg wächst täglich. Das wir hier einen ungewohnten Weg gegangen sind, hat sich durchaus gelohnt.

Der Hochpunkt

Ein Alleinstellungsmerkmal dieses Hauses ist seine Höhe. Mit zehn Geschossen erhebt es sich über seine Nachbarn und erlaubt einen weiten Blick über die Stadt. Aber auch die Struktur des Gebäudes kam der von uns geplanten Umnutzung sehr entgegen. Einmal bis auf den Rohbau entkernt, ließen sich darin 66 großzügige Wohneinheiten unterschiedlicher Größen zwischen 70 und 200 Quadratmetern realisieren. In dem früheren Bürobau finden sich nun Stadthäuser mit eigenem Zugang, Geschosswohnungen, Maisonettes. Eine besonders spannende Transformation konnten wir im Technikgeschoss durchführen, das von allen nicht mehr benötigten Apparaturen befreit zur Penthouse-Etage mit Panoramablick wurde. Die großzügige Deckenhöhe gab uns bei der Gestaltung der Räume einen großen Spielraum und viel Licht bis in die Tiefe.

Von gestern für heute und morgen

The Henry’s nimmt heute eine souveräne Haltung ein, ohne sich – einmal abgesehen von seiner schieren Höhe – allzu forsch in den Vordergrund zu drängen. Seine neue Fassade entspricht den klimatischen Bedürfnissen eines Wohnhauses, ihre Struktur ist streng orthogonal, die Fensterflächen in dunklen Rahmen sitzen im Raster der weiß verputzten Fläche. Die durchlaufenden Balkone strukturieren die Ansichten und bieten jeder Wohneinheit den Mehrwert eines (oder mehrerer) privater Freibereiche. Großen Wert haben wir auf die Qualität der Wohnräume gelegt, auf das Erscheinungsbild dieses markant platzierten Hauses. Wir haben die Konversion aber auch als Chance begriffen, nachhaltig zu bauen: Bestand zu erhalten und in ein klimafreundliches Haus zu transformieren. So wurde The Henry’s nach der Fertigstellung 2009 das erste deutsche Redevelopment, das das Gütesiegel „Effizienzhaus“ der Deutschen Energie-Agentur (dena) erhalten hat.

Projektteam