Deiker Höfe
Das bewegte Stadtquartier. Lebendig, durchgrünt und integrativ
  • Ort
    Düsseldorf
  • Objekt
    Neubau eines Stadtquartiers mit Wohnen, Handel, Büro, Hotel, Gastronomie, KiTa, 2 Tiefgaragen
  • Bauherrin
    Black Horse Properties GmbH
  • Entwurfsverfasser
    Caspar Schmitz-Morkramer und Sonja Gallo
  • Projektsteuerung
    Holtmann management consulting, Düsseldorf
  • Ausführungsplanung Architektur Baufeld Nord
    BM+P, Düsseldorf
  • TGA
    HTW Ingenieurgesellschaft, Düsseldorf (LPH 1–4, LPH 5 BF Süd)
  • Ausführungsplanung TGA Baufeld Nord
    KD-Plan, Hiddenhausen
  • Tragwerksplanung
    WSK Ingenieure, Düsseldorf (Baufeld Süd)
    IDK Kleinjohann, Köln (Baufeld Nord)
  • Brandschutz
    Ökotec, Schwalmtal
  • Freiraumplanung
    WKM Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
  • Fassadenplanung
    DS-Plan, Ingenieurgesellschaft, Köln
  • Bauphysik
    Peutz Consult, Düsseldorf
  • Planungs- und Bauzeit
    2014–2025
  • Leistungsphasen
    1–7
  • Brutto-Grundfläche (oi/ui)
    66.440 m²/30.609 m²
  • Zertifizierungen
    DGNB Gold (Vorzertifikat)
  • Visualisierungen
    caspar./Konzept 3D
  • Dieses Projekt stammt aus der gemeinsamen Zeit von meyerschmitzmorkramer.

Es gibt Aufgabenstellungen, deren Komplexität uns ganz neu dachdenken lässt: wie entwickelt man entlang einer Hauptverkehrsachse, der Danziger Straße, ein lebendiges Quartier, samt Hotel und Co-Working, Nahversorgung und Kita, das zugleich nahtlos an das bestehende, kleinteilige Umfeld anknüpft? Und wie lassen sich Wohnen und Arbeiten zu einer neuen Einheit verbinden, die Düsseldorf als Stadt weiterbringt? Die Deiker Höfe, die uns diese Fragen gestellt haben, sind daher nicht einfach eine Aneinanderreihung unterschiedlichster Funktionen, sie bilden mit über 350 Wohnungen, einem Hotel mit 140 Zimmern, 14.500 Quadratmetern Bürofläche, 3.500 Quadratmeter Handel und Gastronomie sowie einer Mobilitätsstation einen wichtigen Stadtbaustein im Düsseldorfer Norden, ziemlich genau zwischen Nordpark und Nordfriedhof: eine neue Heimat für Menschen. Lebendig, durchgrünt und integrativ– das waren die Leitideen für die Deiker Höfe, die nach Westen eine wellenförmige Fassade ausbilden und so die Energie der Schnellstraße ableiten, während sie nach Osten hin an eine bestehende Siedlung aus kleinteiligen Häusern andocken.

„Kein anderes Projekt spiegelt besser und vielfältiger die Gedanken, die wir uns seit langer Zeit über den öffentlichen Raum machen, über die Beziehung zwischen gebautem Raum und Frei-Raum – und auch über Nachhaltigkeit. Sie muss mehr als CO2-Reduktion sein, denn ohne intelligenten Städtebau, ohne hochwertigen öffentlichen Raum und ohne ein Miteinander wird es sie nicht geben.“

Gegensätze zusammenbringen

Hochenergetische Bewegungsströme und der Wunsch nach Ruhe und menschengerechten Strukturen sind eine urbane Herausforderung. Wir entwarfen die Deiker Höfe als eine fast geschlossene sechsteilige Blockbebauungen mit begrünten öffentlichen und halböffentlichen Höfen. Die Fugen der straßenbegleitenden Bebauung schließen Schallschutzwände, die sich als gläsernes Band mit Holzlamellen um die Büros, den Hotelkomplex und die Freiräume ziehen. Manchmal scheint es, als sei das Gebäude selbst in Bewegung oder als lüfte sich gerade ein gläserner Vorhang. Tatsächlich passt das Bild, denn an der vielbefahrenen Danziger Straße gibt sich das Ensemble lässig-beschwingt. Die schützende Hülle aus einer Holzlamellenkonstruktion mit verglaster Doppelfassade wirkt zur Straße hin extrovertiert und wechselt erst im Bereich der rückwärtigen Wohngebäude zu einer ruhigen Ansicht. Geschickt nimmt sie verschiedenste Funktionen auf: Eingangsbereiche, Hotelfoyer, Tiefgaragen-Zufahrten und Anlieferung tauchen unter der gläsernen Welle ab, während ihr oberer Rand die notwendigen Technikaufbauten verbirgt. So spektakulär der Neubau zur Danziger Straße hin auch auftritt, vermittelt er mitten im Urbanen noch den menschlichen Maßstab.

Zuhause in der Stadt

Als Gegenüber der im Osten angrenzenden Wohnsiedlung sind die Neubauten der Deiker Höfe nur noch drei bis vier Geschosse hoch. Sie reagieren auf die gewachsene Nachbarschaft mit ihrem altem Baumbestand, möchten sie mitnehmen und in den Neuanfang integrieren. Dazu tragen wesentlich auch die verwendeten Materialien bei: Holz und Klinker knüpfen an den Typus des niederrheinischen Hofes an und vermitteln eine warme Atmosphäre, Betonelemente und Leichtmetallverkleidungen setzen Akzente in der Fassade. Im Süden entsteht ein lebendiger Platz, der sich zum angrenzenden Quartier an der Deikerstraße öffnet. Mit Einzelhandel, Kita und Gastronomie kann er zum Mittelpunkt dieses vielfältigen Quartiers werden und mit Service Point und Mobilitätsstation als Anziehungspunkt für Bewohner*innen auch aus umliegenden Wohnvierteln dienen.

Der zweite Quartiersplatz im Norden hingegen ist vor allem geprägt durch die bestehende grüne Achse mit dichtem Baumbestand und Kinderspielflächen, Wohnungen für Familien sowie Büro- und ergänzender Gastronomienutzung. Hier entstehen Stadthäuser mit eigenen Gärten, die über drei Geschosse mit einer internen Treppe verbunden sind und einen direkten Zugang zur Tiefgarage erhalten, die augenblicklich 640 Tiefgaragenplätze umfasst, so dass der oberirdischer Raum nicht mit ruhendem Verkehr belastet wird. So möchten wir mit den Deiker Höfen zeigen, wie sich die europäische Stadt des 21. Jahrhunderts weiterentwickeln lässt – zu einem vielgestaltigen Miteinander, das bestehende Quartiere nicht vereinnahmt, sondern sinnvoll weiterbaut und ihre Bewohner und deren Wünsche und Bedürfnisse ernst nimmt.

Projektteam
  • Fabio Di Franco
  • Anita Seidner
  • Volker Viviani
  • Rosella Alvir Grau
  • Yannick Bilsdorfer
  • Can Birkal
  • Christina Enke
  • Roman Funk
  • Fernando González Cardero
  • Beate Groß
  • Neele Hasselbring
  • Kai Hesse
  • Jan Hofmann
  • Jan Jermer-Urban
  • Veronika Kriege
  • Martin Mellis
  • Azadeh Najib
  • Felix Quecke
  • Fabian Reckers
  • Kristina Rhiemeier
  • Anna Rozwadowska
  • Timon Schneider
  • Claus Spitzer
  • Dijana Taseva
  • Carlos Tinoco de Castilla
  • Maik Voit
  • Verena Wagner
  • Leonard Wefing
  • Angeline Ziegler