3. Platz für Servicebau der Herzog August Bibliothek
„Zentrum Altes Buch“ in Wolfenbüttel

Im Realisierungswettbewerb für das bekannte Bibliotheksquartier in Wolfenbüttel haben wir mit unserem Entwurf eine Drittplatzierung erreicht.

Zwei Bestandsgebäude sollen durch den Neubau eines Servicegebäudes mit ca. 1.500 m2 Nutzfläche zum „Zentrum Altes Buch“ verbunden werden. Dabei handelt es sich um das denkmalgeschützte Hauptgebäude der Herzog August Bibliothek – eine der ältesten unversehrt erhaltenen Bibliotheken der Welt – und das gegenüberliegende Magazin. Die sensible Architektur unseres Entwurfs stärkt die Identität des Ortes.

Über zwei filigrane Stahl-Glas-Brücken schließt das auf einem Sockel stehende Servicegebäude an die Bestandsbauten an. Seine Natursteinfassade orientiert sich am Bestand, aufgenommen und neu interpretiert wird auch die klare Struktur der Augusta-Fassaden in gerahmte Felder. Scharrierte Natursteinflächen an den Ecken und am Dachabschluss kontrastieren den glatten Sandstein des Rasters. Im Herzen des Gebäudes liegt ein Atrium, um das sich verschiedene Funktionsbereiche gruppieren. Im 2. Obergeschoss sorgen Nordlichtkuppeln für eine optimale Belichtung; weitere Fenster rahmen gezielt Blicke nach draußen. Die Erschließung des gesamten Gebäudes ist barrierefrei.

Der Entwurf sieht einen ressourcensparenden Rohbau durch die Zugabe von Hüttensandzementen mit geringem CO2-Verbrauch und einem großen Anteil an Recyclingbeton vor. Zudem wurde unter Berücksichtigung der hohen Anforderung an die Klimastabilität in den Räumen ein nachhaltiges Energiekonzept entwickelt.

Die Jury lobt die „gewisse Leichtigkeit“ des Gebäudes, die durch die unregelmäßige Glas- und Sandsteinfüllung im Fassadenraster entsteht, und die Zurückhaltung des Entwurfs: Der Baukörper sei präsent, nehme sich gegenüber der Augusta jedoch angemessen zurück.

Auslober: Staatliches Baumanagement Braunschweig in enger Kooperation mit der Nutzerin Herzog August Bibliothek
Tragwerk: Werner Sobek
TGA: M&P Braunschweig
Brandschutzberatung: hhpberlin

Visualisierung: © caspar./moka-studio