Hauptsitz Koelnmesse
Gemeinsam auf dem Weg zu einer klimagerechten Metropole
  • Ort
    Köln
  • Objekt
    Neubau der Koelnmesse-Verwaltung
  • Verfahren
    Wettbewerb (2020)
  • Bauherrin
    Koelnmesse GmbH
  • Entwurfsverfasser
    Caspar Schmitz-Morkramer
  • Planungszeit
    2020
  • Brutto-Grundfläche
    74.700 m²
  • TGA, Klima Design
    Ingenieurbüro Hausladen
  • Tragwerksplanung
    Werner Sobek
  • Freiraumplanung
    Djao-Rakitine
  • Visualisierungen
    caspar.;
    bloomimages;
    Djao-Rakitine;
    Ingenieurbüro Hausladen

Auch nicht gewonnene Wettbewerbe haben für unser Büro einen Wert, wir haben für die uns gestellte Aufgabe eine beispielhafte Lösung gefunden, in die unser Wissen und unser Handwerk eingeflossen sind. In dem für den Neubau der Unternehmenszentrale der Koelnmesse GmbH ausgelobten Wettbewerb lieferte das Team von Cobe das überzeugendste Konzept. Mit der Begründung der Jury, unser Entwurf habe „zu wohnlich“ gewirkt, können wir gut leben. Genau das hatten wir ja gewollt. Wichtiger ist uns aber noch, dass der Entwurf zeigt, wie viele Gesichter das nachhaltige Bauen hat.

Aus Parkplatz wird Park und Platz

Im Team mit der Landschaftsarchitektin Irène Djao Rakitine sowie mit Werner Sobek und IB Hausladen, etablierte Expert:innen für Nachhaltiges Bauen in Deutschland, sind wir im Wettbewerb angetreten. Das für die Erweiterung vorgesehene Grundstück östlich der Messehallen liegt zwar prominent direkt an der Zoobrücke, doch dominiert die weitläufige Verkehrsinfrastruktur diesen Bereich. Köln möchte und muss eine klimagerechte Metropole werden, so schlagen wir vor, die großen untergenutzten Flächen des Planungsareals für den Neubau der Unternehmenszentrale in einen lebendige und offenen Grünraum zu transformieren. Dieser neue Messepark schreibt die Idee des populären Rheinparks mit Sportflächen und Spielplätzen, Mobilitätsstation, Wasserbecken, Biergarten, einem grünem Amphitheater und anderen Aktivitätsbereichen unter und zwischen den Brückenbauten fort. Das urbane Grün ist nicht nur adressiert an die Mitarbeiter:innen und Besucher.innen der Messe, sondern wirkt mit dem Fahrrad- und Fußwegnetz auch integrativ in die angrenzenden Wohngebiete hinein. So ergibt sich zwischen der sozialen und der ökologische Transformation ein schöner Synergieeffekt.

Im Zentrum

Wir platzieren drei unterschiedliche Baukörper als Solitäre im neu geschaffenen Messepark. Vis-à-vis der derzeitigen Unternehmenszentrale im denkmalgeschützten KHD-Hochhaus sitzt, mit einem Vorplatz von der Straße zurückgesetzt, die neue Hauptverwaltung. Ihre filigran gestaltete Hülle betont den eleganten Schwung der Fassaden und verleiht dem Unternehmenssitz eine starke eigenständige Identität. Seiner Umgebung steht der Bau offen entgegen. Ein begrüntes Atrium lässt Licht bis in die Tiefe des großzügigen Atriums fallen, über das der Konferenzbereich im 1. OG, die Funktionsbereiche im 2. OG und die Verwaltung in den darüberliegenden Obergeschossen erschlossen werden. In diesem aktiven Arbeitsumfeld gibt es durchwegungsfreie Abteilungsbereiche, kommunikative Zonen, Einzel-, Team- und Kombibüros sowie großzügige Außenbereiche, die jede Form und Konstellation der Projektarbeit abbilden. Die Grundrisse aller Etagen sind flexibel, da die Haustechnik im Bodenaufbau integriert ist und die Decken unterzugsfrei und ohne Abhängung bleiben. In Anlehnung an den Messebau ist das Gebäude inklusive der Holzbetonverbunddecken komplett vorgefertigt konzipiert, was den Bauprozess beschleunigt und die Ausführungsqualität optimiert. Alle eingesetzten Materialien sind sortenrein trennbar und vollständig rezyklierbar; was die Gebäude zu langlebigen und werthaltige Rohstoffdepots macht.

Visionen weiterdenken

Die beiden weiteren Hochbauten liegen im südlichen als Ideenteil definierten Bereich des Areals. Das sechsgeschossige Parkhaus nimmt die Höhe der angrenzenden Bebauung auf, die Form des Kreissegments fasst den grünen Campus und schreibt ihn mit seinen begrünten Fassaden in der Vertikalen fort. Als weiteren Hochpunkt platzieren wir an der südlichen Spitze einen weiteren Hochpunkt mit 21 Geschossen, der das erweiterte Messe-Ensemble gut sichtbar im Kölner Stadtbild verankert und die Öffentlichkeit in die Sky-Lounge im obersten Geschoss einlädt. Er steht im Kontext der bestehenden und geplanten Hochhäuser im Deutzer Entwicklungsgebiet, bleibt aber unter der mit dem Cologneo II-Turm gesetzten maximalen Höhe von 90 Metern.

Projektteam