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OrtFrankfurt am Main
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ObjektBürohochhaus
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VerfahrenStudie
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BauherrinDWS Grundbesitz GmbH, vertreten durch DWS Real Estate GmbH
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Objektplanungcaspar.
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EntwurfsverfasserCaspar Schmitz-Morkramer
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Generalplanungcaspar.gp, Köln
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TGAGREAID, Karben mit K. Dörflinger Gesellschaft für Elektroplanung, Allendorf
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Qualitätssicherung TGADipl. Ing. Wolfgang Peché, Bergisch Gladbach
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TragwerksplanungWerner Sobek, Frankfurt
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BaugrundgutachtenCDM Smith, Bickenbach
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BrandschutzRieser Wessel, Frankfurt
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FassadenplanungAplusF Fassadenplanung, Frankfurt
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BauphysikWerner Sobek Green Technologies, Stuttgart
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VermessungWittig + Kirchner, Bad Homburg bis 2025: Brockmann & Kaiser, Frankfurt
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Barrierefreiheitc.f. Architekten, Frankfurt
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BREEAM-ZertifizierungArcadis, München
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Lichtplanunga·g Licht, Köln
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LandschaftsplanungHKK Landschaftsarchitektur, Frankfurt
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Bestandsgebäude1972 Errichtung (Abeck, Ernst, Fischer, Rathai, Wiesbaden)
2005 Erweiterung (Albert Speer + Partner, Frankfurt) -
Planungs- und Bauzeit2024–2028
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Leistungsphasen1–4
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Bruttogrundfläche26.031 m²
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ZertifizierungenBREEAM „Excellent“ (angestrebt)
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Visualisierungencaspar./bloomimages
Der Park Tower am Frankfurter Rothschildpark erzählt eine Geschichte ständiger Verwandlung. Seit seiner Errichtung 1972 als Sitz der Südwestdeutschen Genossenschafts-Zentralbank ist er ein fester Bestandteil der Frankfurter Skyline. Das damals 96 Meter hohe Gebäude („SGZ-Hochhaus“) war für kurze Zeit das höchste Hochhaus der Stadt. Ursprünglich ein schwarzer Stahl-Glas-Monolith, erhielt das Gebäude 2005 seine heutige Doppelstruktur – eine spangenartige Erweiterung ließ zwei ineinandergreifende Baukörper entstehen. Für die DWS wird caspar. nun den Park Tower erneut transformieren, um seinen Lebenszyklus mit nachhaltigen und zukunftsweisenden Maßnahmen deutlich zu verlängern. Durch die Revitalisierung verschmelzen die beiden Gebäudeteile wieder zu einer harmonischen Gesamtstruktur. Die neue Fassade verbindet die Baukörper nahtlos, während die markanten Fugen – Opernfuge und Parkfuge – eine visuelle und räumliche Brücke zwischen der Alten Oper und dem benachbarten Park schlagen.
Die Opernfuge lässt sich als dramatischer „Riss“ im Volumen beschreiben, der den neuen Tower an seiner Eckseite vertikal zum Opernplatz hin öffnet – und begrünt. Dasselbe kann man von der etwas engeren Parkfuge auf der anderen, dem Park zugewandten Seite des Gebäudes sagen. Zugleich schlagen die beiden Fugen – trotz oder gerade wegen ihrer Prägnanz! – eine räumlich-visuelle Brücke zwischen der Alten Oper und dem benachbarten Park. Sie sind eine Lücke, und sie schließen eine.
Mit dieser verbindenden Geste stehen die Fugen für die wichtigste Idee unserer Revitalisierung: die beiden Gebäudeteile des Bestands zu einer harmonischen Gesamtstruktur zu machen. Die wichtigste Rolle dabei spielt die neue Fassade, die die Baukörper nahtlos verbindet. Die Fugen schaffen Loggien in der neuen Hightech-Gebäudehülle, auf beiden Seiten, alternierend, sich geschossweise abwechselnd. Auch hier also: getrennt, doch ineinandergreifend. Am Ende hat das Ganze auf jedem Geschoss eine Loggia. Indem diese Loggien so intensiv wie möglich begrünt werden, wird das Grün der umliegenden Parks nicht nur aufgenommen, sondern auch nach oben erweitert.
Neben den Fugen ist die markanteste Veränderung des Bestandsbaus die neue Fassade. Eine kompakt-doppelschalige Gebäudehülle mit durchgängigen Leichtmetall-Lisenen, und die darin integrierten Photovoltaik-Module verbessern die Klimabilanz des gesamten Hauses erheblich. Der Jahresertrag der PV-Module liegt, abhängig von den äußeren Bedingungen, bei bis zu 200.000 kWh. Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa fünfzig Vierpersonenhaushalten – und es deckt einen großen Teil des Energiebedarfs für zentrale Kälte, den Betrieb der Aufzüge und die Beleuchtung des Park Towers. Gleichzeitig sorgt die verbesserte Dämmung der Fassade für eine signifikante Reduktion des Energieverbrauchs. Damit wird aus einem in die Jahre gekommenen Bestandsbau ein Best-in-Class-Bürobau, der die gesetzlichen Standards weit übertrifft. (Wir streben eine BREEAM-Zertifizierung im Bestand mit dem Ziel „Excellent“ an; die energetischen Maßnahmen orientieren sich an den Anforderungen des GEG 2024 und sind EU-Taxonomiekonform.)
Unsere Re-Positionierung des Park Towers drosselt den Primärenergiebedarf dramatisch, nämlich um bis zu zwei Drittel. Während der Status Quo ca. 243 kW/h pro Quadratmeter und Jahr fordert, liegt unsere Prognose bei ca. 79 kW/h. Fast denselben Reduktionsgrad erzielen wir bei der CO2-Betriebs-Emission: Noch liegt diese bei ca. 48 Kilo pro Jahr und Quadratmeter (48 kg/m²a). Im zukünftigen Betrieb wird sie vermutlich in einem Bereich bei 17 kg/m²a liegen. Und diese Zahlen berücksichtigen noch nicht einmal den Ertrag der PV-Module! Mit diesem Ertrag prognostizieren wir eine Reduktion, die bei 64 kWh/m²a bzw. 14 kg COe/m²a landen kann.
Die Revitalisierung erlaubt uns, den Grundriss des Gebäudes zu optimieren. Das geschieht vor allem durch die Neuordnung des zweiten Fluchtwegs. Sie ermöglicht eine flexible, offene Büronutzung mit maximaler Effizienz und maximaler Belichtung der Flächen. Der offene Grundriss über 650 m² bietet eine in Frankfurt seltene Raumlösung – normalerweise sind in Hochhäusern nur Grundrisse bis 400 m² zulässig. Der Park Tower – 31 Obergeschosse und zwei Zwischengeschosse hoch; dazu zwei Tiefgeschosse, mit einer Gesamtbruttogrundfläche von ca. 26.000 m² – bietet insgesamt rund 17.000 m² flexible Arbeits- und Konferenzflächen auf 25 Etagen, von Einzelbüros bis hin zu Open-Space-Konzepten.
Wir schaffen noch mehr Frei-Räume, indem wir dezentrale Technik platzsparend in den Erschließungskernen unterbringen. Wo heute Lüftungsgeräte stehen, können zukünftige Nutzer von der Skybar auf der 28. Etage und dem neuen Dachgarten im 29. Obergeschoss mit glasüberdecktem Wandelgang einen exklusiven Blick auf die Frankfurter Skyline erleben. Mit dem Anschluss an den Himmel bekommt das Haus einen würdigen, offenen Abschluss. Wir legen noch einmal fünf Meter drauf – und der Turm, der 1968 95 Meter und 2005 knapp 111 Meter hoch war, hat jetzt eine Höhe von 116 Metern. Die als Balkone fungierenden Loggien auf jeder Büroetage in den grünen Fugen – annähernd geschosshoch verglast – bieten ebenfalls besondere Ausblicke über die Stadt. Zu der Infrastruktur neuer Arbeitsweisen und -welten gehören Mobilitätslösungen. Hier bietet der Park Tower u. a. einen State-of-the-Art-Fahrradraum im Untergeschoss mit eigenem Aufzug. Die Anforderungen dessen, was wir heute New Work nennen, erfüllt der Park Tower mithin auf ganz Besondere und ganz verschiedene Weise. Nicht umsonst steht das weltbekannte Beratungsunternehmen KPMG als künftiger Exklusivmieter bereits fest.
Der Park Tower ist eins der wichtigsten, aber auch interessantesten Projekte des Büros, weil es in nahezu paradigmatischer Weise so viele und so wichtige Faktoren vereint und vereinen muss: ein prominentes Haus, eine prominente Lage, den Umgang mit dem Bestand und der städtebaulichen Situation, diverse Transformationsstrategien, die Berücksichtigung neuer Arbeitswelten, Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement und das Ausbalancieren von sozialen, ästhetischen, ökologischen oder ökonomischen Aspekten.
- Entwurfsverfasser
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Caspar Schmitz-Morkramer
- Chief Architectural Officer
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Sonja Gallo
- Studie
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Marco Ossmann
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Holm Bethge
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Juan Salgado
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Thoufiq Ahmed
- Projektleitung Generalplanung
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Frank Schreer
- Projektleitung Architektur
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Fabio Di Franco
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Azadeh Najib
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Anita Seidner
- Projektteam Architektur
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Adriane Krabbenborg
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Alexander Lisboa
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Aline Ackermann
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Andrea Meyer-Hübner
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Bárbara Climent Silvar
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Carina Seckler
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Daniel Opitz
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Israel Moreno Torres
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Jinju Dücker
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Juan Salgado
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Kristina Rhiemeier
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Marlène Assié
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Oliver Greven
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Sarah Bauer
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Stefanie Deppe
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Thomas Maximini