Wettbewerbsentwurf Goldbeck Hochhaus, Bielefeld
Ein Baukörper, der die Logik des Campus fortschreibt

Unser Wettbewerbsbeitrag für den von GOLDBECK ausgelobten Wettbewerb: rund 250 Büros hatten Interesse bekundet, zwölf wurden zur Einreichung ausgewählt. Das neue GOLDBECK-Hochhaus bildet den nördlichen Abschluss des Campus und verbindet Systembau, Architektur und Identität zu einer klaren Haltung: ein präziser Baukörper, der die Logik des Campus fortschreibt und gleichzeitig eine eigenständige Adresse schafft.

Städtebaulich fügt sich der Turm selbstverständlich ein. Er orientiert sich an den bestehenden Achsen, stärkt die lineare Struktur entlang der Ummelner Straße und setzt am nördlichen Ende einen markanten Auftakt. Gemeinsam mit dem Systemzentrum entsteht ein klar gefasster Platzraum, der Orientierung gibt und Wegebeziehungen stärkt. Der zweigeschossige Haupteingang im Sockel bildet eine eindeutige Adresse. Vom Vorplatz über das Foyer in den Turm sind die Wege intuitiv geführt – logisch, lesbar und prägnant.

Die Gebäudestruktur folgt konsequent der Systembau-Logik von GOLDBECK: Ein 1,35-m-Raster, eine modulare Tragstruktur und ein kompakter Erschließungskern prägen die Ordnung von Fassade und Grundriss und machen die Struktur nach außen ablesbar. Der transparente, auskragende Sockel öffnet das Gebäude zum Campus und markiert den Eingang. Im Erdgeschoss entsteht ein offener Bereich mit zweigeschossigem Foyer, Konferenz, Café und Coworking. Darüber liegen die modularen Bürogeschosse. Die Nutzung ist klar zoniert: öffentliche Funktionen im Sockel, flexible Arbeitswelten darüber. Regelgeschosse mit 400 m² lassen sich bei Bedarf in zwei Einheiten teilen und ermöglichen unterschiedliche Nutzungsszenarien. Die Fassade übersetzt die Systematik in eine ruhige, vertikale Gestaltung mit präzisem Ausdruck und klarer Fernwirkung.

Nicht nur die Gebäudestruktur sondern auch die Fassade folgt der Logik des Systembaus: Eine klassische Systemfassade wird durch eine vorgelagerte Struktur aus Aluminium-Rundrohren ergänzt. Unterschiedliche Durchmesser und Tiefen erzeugen ein differenziertes, ruhiges Fassadenbild mit räumlicher Tiefe. Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil des Entwurfs. Industriell vorgefertigte Elemente sichern Qualität und Effizienz, während Geothermie und Photovoltaik die Energieversorgung unterstützen. Die modulare Struktur ermöglicht langfristige Anpassungen und Umnutzungen. Das Brandschutzkonzept basiert auf einem kompakten Kern mit Sicherheitstreppenraum und Aufzügen. Die zentrale Organisation ermöglicht flexible Grundrisse und unterschiedliche Nutzungseinheiten ohne Eingriffe in die Struktur.

Die Fachjury kürte den Entwurf von HPP Architekten aus Düsseldorf zum Sieger – wir gratulieren herzlich!

Entwurfsverfasser: Caspar Schmitz-Morkramer
Concept team: caspar.: Philipp Meise, Erik Nohr, Corinna Masi, Marie-Elén Wehder, Clara Wilkes; Gruner GmbH (Brandschutz)