Ein Reallabor für urbane Zukunft
Üppige Begrünung, vielfältige Nutzungsangebote und aktiv bespielte Erdgeschosszone

Das VEEDL in Köln soll aus einem alten Industrieareal ein „Reallabor für urbane Zukunft“ machen und die Frage beantworten, „wie Stadt im Jahr 2040 noch funktionieren kann, wenn Klima, Wohnraum und Zusammenhalt gleichzeitig unter Druck stehen.“ Das VEEDL nimmt den, sagen wir, goetheanischen Gehalt von Städtebau – also dessen sozial humanistische Forderungen – auffällig und erfrischend ernst. Immerhin findet sich auf der Website eine eigene „Charta“, deren erster Satz lautet: „Wir schaffen städtische Strukturen, die das Miteinander fördern.“ Zwar ist man sich auch hier – wie bei allen (guten) Quartiersbildungen – der Notwendigkeit bewusst, dass wirtschaftliche, öffentliche, infrastrukturelle, ökologische und viele weitere Aspekte zusammenspielen müssen. Was ich an diesem Projekt aber besonders gut finde, ist die Betonung des Sozialen, der Teilhabe, des Mit-Menschlichen.

Sicher, „miteinander“, „gemeinsam“, „zusammen“ etc. – natürlich können das inzwischen Begriffe sein, die ausschließlich marketingtechnische und keine inhaltlichen Funktionen mehr haben. Doch hier ist es anders, glaubwürdig anders. Immerhin arbeitet die Projektgesellschaft, ins Leben gerufen von den Kölner Projektentwicklern WVM Gruppe, Metropol Immobiliengruppe und CP 90, bereits seit 2023 an den Ideen, in einem ebenso kollaborativen wie transparenten Prozess.

Neulich entschied die Jury über die Ergebnisse der zweiten Qualifizierungsstufe. Großer Jubel: Unser Entwurf setzte sich gegen vier andere durch! Er wurde, einstimmig!, auf Rang 1 gesetzt und zur weiteren Ausarbeitung empfohlen. „Der Entwurf“, findet die Jury, „verbindet ein starkes Zukunftsbild mit einer belastbaren und umsetzbaren städtebaulichen Struktur“. Dieses Votum finden wir hilfreich und gut.

caspar.e-letter No. 49

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