Manchmal ereignet sich beim Umgang mit Bestand Märchenhaftes. Metamorphosen, zum Beispiel, in denen sich Totes in Lebendiges verwandeln kann oder Hässliches in Schönes. Der Kuss des Prinzen re-vitalisiert das todesähnlich schlafende Dornröschen. Einer Prinzessin fällt ihre goldene Kugel in den Brunnen. Stimmung grau, weil no more gold. Doch der Kuss der Prinzessin verwandelt den Frosch in einen Prinzen, der so gülden strahlt wie die Kugel, die er, Frosch noch, aus dem Brunnen geborgen hatte.
Wer oder was auch immer hier für Alt-Bestand, Neu-Bestand, Bauherrinnen und Bauherren oder Architektinnen und Architekten steht: Eine gute Revitalisierung verwandelt graue Energie in goldene Energie. Oder hässliche Frösche in schöne Prinzen. Genauer: Sie bringt die Schönheit zum Vorschein, die im Hässlichen versteckt war. Wenn das gelingt, sollte man das auszeichnen. Wir schlagen hiermit einen neuen Architekturpreis für gute Revitalisierungen vor: Die Goldene Kugel.
Märchenhaftes beim Umgang mit Bestand ist auch unserem Büro widerfahren. Vor kurzem haben wir nämlich noch was Besseres als die Goldene Kugel gewonnen: Unsere „Twins in the Park“, über die ich Ihnen neulich berichtete, wurden mit dem „AR Future Projects Award 2026“ in der Kategorie „Housing“ ausgezeichnet. Und diesen Preis verleiht eine der wichtigsten und renommiertesten Architekturzeitschriften der Welt: The Architectural Review.